Dieses Kapitel beinhaltet bewussten Kontakt der Poi mit dem Körper. Um das Verletzungsrisiko zu minimieren und eine positive Lernerfahrung zu gewährleisten, sind die folgenden Punkte zu beachten.
o Weiche Übungs-Poi verwenden
o Ein leichtes-mittleres Gewicht auswählen
o Mit langsamer Geschwindigkeit üben
§ Mehr Kontrolle
§ Geringeres Verletzungsrisiko
o Besondere Vorsicht bei empfindlichen Körperstellen
§ Hals und Kopf
§ Brüste
§ Bauch und Weichteile (Leistengegend)
§ Bereits verletzte oder sonstige empfindliche Bereiche
Wraps sind eine Technik, bei der der Poi Teile des Körpers umwickelt, seine Richtung ändert und sich wieder abwickelt. Der Schlüssel ist das präzise Timing beim Richtungswechsel, um den Poi kontrolliert auf seinen neuen Weg zu schicken. Die zentrale Mechanik besteht aus zwei Phasen.
o Einwickeln:
§ Der Poi wickelt sich mit seiner Schnur um ein Körperteil
§ Das Körperteil dreht sich leicht mit, um die Energie sanft aufzunehmen
o Auswickeln:
§ Ein energischer Zug an der Schnur im richtigen Moment initiiert den Richtungswechsel
§ Das umwickelte Körperteil kann die Bewegung unterstützen:
§ Eine kleine Bewegung in die neue Richtung beschleunigt das Abwickeln zusätzlich
Die folgenden Übungen zeigen Beispiele von Wraps in den drei Planes. Ziel ist es, das Konzept der Wraps auf verschiedene Körperteile und in unterschiedlichen Ausrichtungen anzuwenden.
· Arm-Wraps
o Poi wickelt sich um den anderen Arm
§ Seillänge variieren
§ Position am Arm testen (Handgelenk, Unterarm, Oberarm)
o Poi wickelt sich um den Arm, der den Poi hält
§ Schwieriger
§ Abwickeln erfolgt nur durch Armdrehung (Ziehen an der Schnur nicht möglich)
o Um das gehobene Bein wickeln
o Vier Möglichkeiten (jedes Bein in beide Richtungen)
3 Bereiche:
o Arme hängen lassen
o Ggfs. vorbeugen
o Einzelne Beine einwickeln
o Arme schrittweise anheben
o Arme können sich mit aufwickeln
o Mögliche Ziele erkunden:
§ Bauch
§ Oberkörper
§ Schultern
§ (Hals – nur mit extremer Vorsicht)
o Arme über dem Kopf ausstrecken
o Poi um die Arme wickeln (analog zu der Übung in der Wallplane)
o Um den Spielarm wickeln
o Um den anderen Arm wickeln (ist einfacher)
o Um beide Arme wickeln
· Um den Spielarm auf der gleichen Seite wickeln (“native”)
· Bewusst zum Verkürzen der Schnur nutzen
Die Prinzipien des Wraps sind universell. Sie können auf beliebige Objekte im Raum angewendet werden. Dieser Abschnitt dient der Inspiration, das Konzept kreativ zu erweitern und eigene Ankerpunkte zu entdecken.
o Stuhllehne oder Stuhlbein
o Säulen oder Pfosten
o Besenstiel
o Tischkanten
o Einen neuen Ort am eigenen Körper finden
o Dort gezielt einen Wrap ausführen
o Bewusst Ebene und Körperstelle wählen
o Einen neuen Ort im Raum finden
o Dort gezielt einen Wrap ausführen
o Die korrekte Ebene für das Objekt beachten
Fangen und Zurückschlagen sind eine gezielte, getimte, schnelle Interaktion mit dem Poi.
o Ziel: Ein abrupter Richtungswechsel durch ein Zurückschlagen
o Der Poi-Kopf wird gezielt gegen einen Körperteil geschlagen
o Die Energie wird genutzt, um den Poi zurückzustoßen
o Erzeugt eine aktive, impulsive Dynamik
o Ziel: Das kontrollierte Stoppen der Bewegung
o Der Poi-Kopf wird mit der Hand gefangen und festgehalten
o Die Technik zum Fangen:
§ Die Hand kann die Energie absorbieren, indem sie sich ein Stück mitbewegt
§ Ein fester Griff hält die Bewegung auf
o Faktoren für das Fangen beeinflussen:
§ Geschwindigkeit, Gewicht und Länge des Poi
§ Richtung (mit oder gegen die Schwerkraft)
§ Höhere Kraft ist schwerer zu fangen (Bsp.: schwerer, schneller Poi mit der Schwerkraft)
§ Geringere Kraft ist leichter zu fangen (Bsp.: langsamer, relativ leichter Poi entgegen der Schwerkraft, da die einsetzende Schwerkraft den Poi bremst)
Diese Übungen dienen dazu, Präzision, Timing und die Kontrolle zu üben.
· Aus einem Pendel heraus agieren
· Übung 1: Sanftes Berühren
o Den Poi-Kopf sanft mit der freien Hand berühren
§ Zielen üben:
1. Versuchen mit dem Poi-Kopf die Hand zu treffen
2. Versuchen mit der Hand den Poi-Kopf zu treffen
§ Am besten an den Endpunkten des Pendels
o Den Poi-Kopf mit der freien Hand fangen
o Hand unter den Poi-Kopf bringen
o Poi von oben greifen
o Den Poi-Kopf mit der freien Hand zurückschlagen
o Die freie Handfläche zeigt nach oben
§ Die freie Hand treffen und weiterspinnen lassen
§ Durch ein aktives Zurückschlagen einen Richtungswechsel erzeugen
§ Versuchen, den Poi-Kopf zu fangen und wieder zum Schwingen zu bringen (beide Richtungen möglich)
o Die freie Handfläche zeigt nach unten
§ Durch ein aktives Zurückschlagen einen Richtungswechsel erzeugen
§ Versuchen, den Poi-Kopf zu fangen und wieder zum Schwingen zu bringen (beide Richtungen möglich)
o Den Poi wie einen Ball mit den Beinen oder Knien treffen
o Ziel: Den Poi zurück nach vorne stoßen
· Den Poi gezielt auf den Boden oder eine robuste Kante schlagen
· Trainingsziele:
o Kraft kontrolliert freisetzen
o Konsekutive Schläge im Rhythmus
o Ein bestimmtes Ziel treffen
o Nur mit robusten Poi möglich
Bei Hits und Catches sind Präzision und Timing entscheidend.
o Zielpunkt anpassen
§ Auf den Bereich kurz vor dem Poi-Kopf zielen (Übergang von Poi-Kopf zu Seil)
o Abstand der Hände beachten
§ Den optimalen Abstand zwischen linker und rechter Hand finden
§ Poi am Kopf und Griff festhalten, um ein Gefühl für den Abstand zu bekommen
o Hand mit dem Poi-Kopf synchronisieren
§ Vgl. Übung “Magische Verbindung” in der Lektion Pendel
§ Hand macht die Bewegung des Poi mit (Rhythmus, Richtung und Geschwindigkeit)
§ Sorgt für Präzision und Geschmeidigkeit
§ Vergrößert das Gefühl für die richtige Position und das richtige Timing
§ Ermöglicht leichteres Fangen oder Zurückschlagen