Lehrplan
Kurs: Grundkurs Poi: Pädagogik
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1.a Einleitung

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1 Einleitung

Willkommen zu diesem Kurs, der Poi aus einer pädagogischen und inklusiven Perspektive betrachtet. Unsere Vision ist es, die Faszination des Poi-Spiels für jede Person zugänglich zu machen – unabhängig von Alter, Vorerfahrung oder körperlichen Voraussetzungen. Dieser Kurs baut auf dem technischen Verständnis aus dem ersten Kurs auf und betrachtet es in der pädagogischen Praxis.
Die behandelten Methoden, Spiele und Übungen dienen dazu, Poi als vielseitiges Mittel für Bewegung, Kreativität und vieles Weitere zu verwenden.

1.1 Zugänglichkeit: Der inklusive Kern von Poi

  • Technik leicht erlernbar
    • Einfacher Einstieg mit niedrigschwelligen Bewegungen
    • Geringer Kraftaufwand
       Kein Werfen & Fangen
      • Geringe Frustration im Vergleich zur klassischen Jonglage
  • Anpassbarkeit
    • Von einfach bis kompliziert
    • Von sanfter Mobilisation bis zum raumgreifenden Tanz
  • Sicheres Material
    • Weiche, leichte Köpfe
    • Minimiertes Verletzungs- & Schmerzrisiko
  • Variable Spielpositionen
    • Im Stehen, Sitzen oder Liegen möglich
  • Fördert Propriozeption
    • Bewegungen lassen sich gut erspüren
    • Ermöglicht bessere Wahrnehmung von Bewegungen

1.2 Gesundheit und Wissenschaft

Die positiven Effekte des Poi-Spiels sind wissenschaftlich untersucht und belegt, insbesondere durch die Arbeit von Dr. Kate Riegle-van West und ihrem Projekt SpinPoi.

  • Studien zeigen unter anderem Verbesserungen in:
    • Greifkraft & Balance
    • Aufmerksamkeit & Konzentration
    • Gedächtnisleistung
    • Allgemeinem Wohlbefinden
  • Weitere Infos: www.spinpoi.com

1.3 Pädagogische Haltung

Im Vordergrund stehen persönliche Entfaltung, Entdeckungsfreude und Spaß an Bewegung, nicht technische Perfektion.

  • 1. Den sicheren Rahmen gestalten
    • Aktiv nach Wohlbefinden oder Schmerzen fragen, Übungen anpassen
    • Eigene und fremde Grenzen wahrnehmen und kommunizieren
    • Einen sicheren Raum für Frustration und Selbstzweifel bieten
    • Ängste abbauen und Vertrauen stärken
    • Eigene Fehler offen als Lernchance behandeln
    • Offener Umgang mit den eigenen Kompetenzen, Möglichkeiten, Schwierigkeiten
       → Kooperation mit anwesendem Fachpersonal aktiv fördern
  • 2. Den kreativen Prozess ermöglichen
    • Starre Vorgaben vermeiden, Bewegung kreativ nach eigenen Möglichkeiten gestalten
    • Angebote machen und Freiraum für eigene Entdeckungen lassen
    • Inhalte an die Gruppe und ihre Bedürfnisse anpassen

1.4 Umgang mit Sprache

Die bewusste Wahl der Sprache ist ein entscheidendes Werkzeug für zugängliche Vermittlung. Im ersten Kurs haben wir versucht, die international gebräuchliche Fachsprache zu erläutern. Zum Unterrichten empfehlen wir einfachere, bildhafte Sprache, die das Verständnis erleichtert. Zusätzlich bedienen wir uns bewusst nonverbaler Kommunikation (Vor- & Nachmachen), welche das Lernen unterstützt.

  • Technische Fachsprache
    • Eine Vielzahl oft englischer Begriffe
    • Beschreibt Bewegungen einheitlich
    • Dient dem Austausch in der Community und der eigenen Recherche
  • Pädagogische Bildsprache
    • Nutzt einfache, verständliche Metaphern (bildhafte Sprache)
    • Anpassung an Zielgruppe (z.B. Kinder, Erwachsene)
    • Ziel: Kognitive Hürden senken und intuitive Zugänge schaffen
  • Körpersprache
    • Bedient sich “Nachahmungslernen” und “Lernen am Modell” 
      • Lernen durch Vormachen und Nachahmen 
    • Ein intuitives Verstehen & Lernen
    • Prozess unterstützt durch:
      • Synchronisation
      • Spiegeln
      • Entspannte Atmosphäre
      • Vormachen in verschiedenen Blickwinkeln