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3 Warm-Up & Erste Schritte
Diese Lektion bietet eine Struktur für den Anfang einer ersten Unterrichtseinheit mit Anfänger:innen. Sie gliedert sich in drei Phasen:
- Körperliches & mentales Ankommen (Warm-Up)
- Das Kennenlernen des Materials (Griffmöglichkeiten)
- Die spielerische Entdeckung der ersten Bewegungen (Spinning & Pendel)
Wir benutzen zum Beginn 1 Poi. Die Verwendung von 2 Poi kann als weitere Herausforderung angewendet werden.
3.1 Funktion des Warm-Ups
Jede Poi-Session beginnt mit einem Warm-Up. Es hat mehrere Kernfunktionen:
- Körperliche Vorbereitung
- Sanfte Dehnungen, Mobilisation von Gelenken, Aktivierung der Muskulatur
- Verletzungsprävention
- Mentale Fokussierung
- Die Aufmerksamkeit vom Alltag auf den eigenen Körper, die Gruppe und den Raum lenken
- Beziehung zum Material aufbauen
- Ein erstes Gefühl für Poi (Gewicht, Länge) entwickeln
- Poi als Hilfsmittel (optional)
- Weitere Möglichkeiten für Dehnungen und Mobilisierungen
- Integriert den Poi von Beginn an als Bewegungspartner
3.2 Übungen mit dem Poi: Dehnen & Mobilisieren
- Stretching (Dehnung)
- Vertikale Streckung & Vorbeuge
- Ziel: Dehnung der Körpervorder- und -rückseite
- Ausgangsposition: Poi mit beiden Händen unter Spannung an Kopf und Griff halten; Arme nach oben strecken
- Bewegung: Zur Decke strecken, in eine leichte Rückbeuge gehen und langsam nach vorne unten abrollen
- Seitliche Rumpfdehnung (Flankendehnung)
- Ziel: Intensive Dehnung der seitlichen Rumpfmuskulatur
- Ausgangsposition: Poi mit beiden Händen unter Spannung an Kopf und Griff halten; Arme nach oben strecken
- Bewegung: Oberkörper langsam zur Seite neigen. Der gespannte Poi schafft eine Verbindung zwischen den Armen und intensiviert die Dehnung.
- Brustwirbelsäulen-Rotation
- Ziel: Mobilisation der Brustwirbelsäule
- Ausgangsposition: Poi mit beiden Händen unter Spannung an Kopf und Griff halten; Arme nach oben strecken
- Bewegung: Nach links und rechts drehen. Der Poi hilft, den Körper aufrecht in die Länge zu strecken
- Mobilisation (Gelenke bewegen)
- Große Kreise
- Ziel: Mobilisation der Schultern
- Ausgangsposition: Poi mit beiden Händen unter Spannung an Kopf und Griff halten; Arme nach unten strecken
- Bewegung: Große Kreise vor dem Körper zeichnen
- Bewegung ähnlich einer Extension in der Wallplane
- Rudern
- Ziel: Mobilisation des Schultern
- Ausgangsposition: Poi mit beiden Händen unter Spannung an Kopf und Griff halten
- Bewegung: Ruderähnliche Züge im Wechsel nach hinten & vorne ausführen
- Bewegung ist ähnlich zu einem Weave
3.3 Griffmethoden: Komfort & Funktion
Die Poi sicher, aber entspannt festhalten, bildet die Grundlage für das Spiel mit Poi. Teilnehmende sollen zum Experimentieren angeregt werden, um den individuell passenden Griff zu finden.
- Optionen:
- Knäufe (Knobs) / Knoten:
- Zwischen den Fingern oder in der Faust gehalten
- Benötigt Handkraft und Aufmerksamkeit zum Festhalten
- Kann versehentlich losgelassen werden
- Ermöglicht Würfe
- Fingerschlaufen:
- An den Fingern befestigt
- Müssen nicht aktiv festgehalten werden
- Besserer Fokus auf die Bewegungen
- Selbst-anziehende Schlaufen:
- Flexibel einsetzbar (Hände, Füße, Arme)
- Müssen nicht aktiv festgehalten werden
3.4 Erste Bewegung: Spinning (Kreisen)
Zum Anfang wird ein Poi empfohlen.
- Ziel: Einen stabilen, rhythmischen Spin finden und ein erstes Gefühl für den Poi entwickeln
- Der erste Spin (Die Basis):
- Bewegung intuitiv starten
- In eine konstante Geschwindigkeit und stabile Plane finden
- Dies ist ein erster Stress & Relax-Zyklus: vom Ausprobieren zum entspannten “Flow”
- Exploration durch kleine Variationen:
- Anleitung: Eine Variation vormachen, die Gruppe durch Nachahmen lernen lassen
- Spiel mit Geschwindigkeit: Bewusst zwischen schnell und langsam wechseln
- Extreme Erkunden: Schnellste und langsamste Drehung
- Spiel mit Direction: Die Bewegung anhalten und die Drehrichtung umkehren
- Spiel mit Planes: Die drei Grundebenen (mit bildhafter Sprache ) erkunden:
- Wall-Plane (“Wie eine Wand vor sich”)
- Wheel-Plane (“Wie eine Rad neben sich”)
- Horizontal-Plane (“Wie der Boden unter sich”)
- Benötigt am wenigsten Kraft
- Zu leichtem Planebending anregen
- “Schräge” Planes erkunden
- Herausfordernde Positionen
- Horizontal-Plane: Oben
- Wheel Plane: Hinter dem Körper
- Wheel-Plane: Mit dem Arm kreuzen und auf der anderen Seite spinnen (z.B. mit dem rechten Arm auf der linken Seite des Körpers spielen)
- Hände:
- Bewegungen mit der anderen Hand wiederholen
- Versuchen Bewegungen mit beiden Händen an einem Poi auszuführen
3.5 Zweite Bewegung: Pendel (Schwingen)
- Ziel: Das Gefühl für das Gewicht der Poi, Schwer- und Schwungkraft entwickeln
- Kernprinzip:
- Feingefühl für eingesetzte Kraft ermöglicht kontrolliertes Schwingen (Pendeln)
- Schwingen lassen, nicht zu viel Kraft reingeben → Poi sollte nicht über die Horizontale hinaus schwingen
- Endpunkte fokussieren und in die Länge ziehen
- Vergleich: Schaukel anschubsen
- Variationen:
- Bewegungsquelle variieren:
- Aus dem Handgelenk (kleines Pendel)
- Aus dem ganzen Arm (Extensions) (großes Pendel)
- Beidhändig pendeln: Mit beiden Händen gleichzeitig im gleichen Timing
- Poi übergeben:
- Wallplane: Den Poi vor dem Körper von einer Hand in die andere reichen
- Wheelplane: Poi beim vorderen Endpunkt von der linken auf die rechte Seite übergeben
3.6 Die Schleife:
Stetiger Wechsel zwischen zwischen Spin und Pendel
Vorübung:
Einfacher Wechsel zwischen Spin und Pendel
- Ablauf:
- Aus dem Pendel einen Impuls geben, um in einen Spin überzugehen
- Aus dem Spin die Bewegung sanft auslaufen lassen, um ins Pendel zurückzukehren
- Die Schleife:
- Auf jeden Spin folgt ein Endpunkt eines Pendels
- Beinhaltet Spinning in beide Richtungen
3.7 Gruppenübung: Synchronisation
- Ziel
- Synchronisation in der Gruppe erleben
- Fähigkeit zum gemeinsamen “Einstimmen” (Phasenübergang) trainieren
- Ablauf
- Setup: Kreisformation, Blick zur Gruppe
- Kernprozess:
- 1. Phase (Phasenübergang):
- Anleitung gibt Grundbewegung & Rhythmus vor
- Gruppe versucht, in den gemeinsamen Takt zu finden
- Anleitung:
- Gibt dem Phasenübergang Zeit, agiert als Modell
- Gemeinsam den Rhythmus mitsprechen
- 2. Phase (Synchronisation):
- Den Moment der erreichten Synchronisation genießen
- Die Bewegung wird entspannter und fließender (Flow)
- 3. Phase (Variation):
- Anleitung fügt sanfte Veränderungen hinzu (kleine Tanzschritte, Armbewegungen)
- Ziel: Die Synchronisation trotz der Variation aufrechterhalten
- Bewegungen:
- Bewegungen, die gerade gelernt wurden, gemeinsam wiederholen
- Pendel
- Spinning
- Schleife