Lehrplan
Kurs: Grundkurs Poi: Pädagogik
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Textlektion

7.c Gruppenformate

Gruppenformate

Während Paarübungen den Fokus auf die direkte Interaktion legen, erweitern Gruppenformate die Erfahrung, um die Aspekte der kollektiven Wahrnehmung und des gemeinschaftlichen Ausdrucks.

Synchronisation in der Gruppe (Formation)

Die Prinzipien der Synchronisation gelten auch für Gruppen, erhöhen aber die Komplexität.

  • Pädagogisches Ziel:
    • Das Erlebnis der Partner-Synchronisation auf die Gruppe skalieren
    • Das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit stärken
  • Herausforderung:
    • Viele unabhängige, rhythmische Bewegungen (Personen mit Poi) erfordern mehr Zeit und Geduld für den Phasenübergang
    • Als Start: einfache, umsetzbare Synchronisation
  • Formationen als Ausgangspunkt:
    • Im Kreis: Bietet gegenseitige Sichtbarkeit für alle
    • Als Kette: Nebeneinander oder hintereinander
      • Herausfordernder
      • Viele Möglichkeiten für kreative Muster

Challenge in der Gruppe

Ein adaptives Format zur Schulung der Raumwahrnehmung.

  • Pädagogisches Ziel:
    • Schulung der Raumwahrnehmung (Eigen- & Fremdwahrnehmung)
    • Sich mit Poi bewegen
    • Anwendung von Konzepten Planes, Geschwindigkeit und Timing in einem komplexen Umfeld
  • Grundübung:
    • Alle Teilnehmenden bewegen sich frei im Raum mit einer konstanten Bewegung (z.B. Pendel oder Spinning), ohne sich oder andere zu berühren
  • Anpassung & Variationen (Stress & Relax)
    • Erleichtern (Relax-Phase ermöglichen):
      • Langsame Geschwindigkeit für Bewegung und Poi vorgeben
      • Nur einen Poi pro Person nutzen
      • Poi kürzer fassen für mehr Kontrolle
  • Erschweren (Stress-Phase erhöhen):
    • Raum schrittweise verkleinern
    • Zwei Poi pro Person statt nur einem
    • Interaktionsaufgaben hinzufügen
    • Augenkontakt mit wechselnden Personen halten
    • Gezieltes Abklatschen, Hand geben etc.
    • Andere vorsichtig und vorher abgesprochen mit Poi berühren
    • Mit Pendeln anstupsen
    • Einzelne Wraps mit/an anderen ausführen
    • Gruppenaufgaben
    • Sich gemeinsam ordnen
    • In ein Kreis, Quadrat, auf Linien
    • Herausforderungen einbauen (siehe Challenges)

Bewegung im Austausch

Einzelne Bewegungen mit dem Poi werden von den Teilnehmenden gezeigt und gemeinsam nachgemacht. 

  • Pädagogisches Ziel:
    • Validierung individueller Kreativität und Ausdrucksformen
    • Aufbau eines gemeinsamen Bewegungsvokabulars
    • Stärkung einer positiven, nicht-wertenden Fehlerkultur
  • Der Prozess:
    • Raum zur freien, individuellen Exploration (Tanz, Ausdruck, Neugier) geben
    • Eine Person wird eingeladen, ihre Entdeckung oder Lieblingsbewegung zu teilen
    • Die Gruppe versucht, die Bewegung nachzumachen und “nachzufühlen”
    • Ggfs. wird Synchronisation erreicht
  • Die Haltung und Rolle der Anleitenden:
    • Betonen, dass Freude und Neugier der Leitfaden sind
    • Klarstellen, dass es nicht um technische Perfektion, sondern um das Teilen von Freude geht
    • Validieren, dass auch das “Nicht-Finden” einer neuen Bewegung völlig in Ordnung ist
    • Beobachten und unbewusst genutzte Konzepte aus Teil 1 erkennen (z.B. ein Plane-Wechsel)
    • Unterstützende Fragen stellen, um der Person bei der Beschreibung ihrer Bewegung zu helfen
    • Bei der Weitergabe der Bewegung an die Gruppe assistieren